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Das Dauer EKG Gerät – das Gerät zur Diagnostik wiederkehrender Störungen

Im Unterschied zu den mobilen Geräten, die meist für Notfälle oder zur Kontrolle einsetzbar sind, findet das Langzeit Elektrokardiogramm vor allen Dingen in der Diagnostik Verwendung. Wenn Herzprobleme wie Rhythmusstörungen, Herzstolpern oder Herzrasen immer wieder auftreten und das Ruhe-EKG keine Auffälligkeiten zeigt, muss die Herztätigkeit über einen längeren Zeitraum gemessen werden. Meist erfolgt die Messung über 24 Stunden.

 

 

Wie funktioniert ein LZ EKG Gerät?

Das Gerät selbst ist ein kleiner, rechteckiger Rekorder, welcher um den Hals getragen oder am Gürtel befestigt wird. Sechs Elektroden messen kontinuierlich die Herztätigkeit und übertragen die Daten an den Rekorder. Dieser speichert sie auf einer internen kleinen Festplatte oder einem externen Speichermedium. Üblich ist ein 24h EKG Gerät. In Ausnahmefällen, wenn dieser Zeitraum für eine gesicherte Diagnose nicht ausreicht, kommt ein 7 Tage EKG Gerät zum Einsatz.

Der Ablauf ist in jedem Fall der gleiche. Die Elektroden werden auf die Brust geklebt und über Kabel mit dem Elektrokardiogramm verbunden. Der Patient kann (und soll) sich für den gesamten Mess-Zeitraum normal bewegen und seinen alltäglichen Aktivitäten nachgehen. Dabei muss er ein Tagebuch führen. In dieses notiert er, welche Tätigkeiten er ausführt und wann es dabei zu Beschwerden kommt.

 

Was muss bei einem Langzeit-EKG beachtet werden?

Prinzipiell ist der Patient mit dem kleinen Rekorder mobil und kann alles machen wie sonst auch. Auf die Kabel, welche die Elektroden mit dem Gerät verbinden, muss natürlich geachtet werden. Abrupte Bewegungen können dazu führen, dass die Verbindung unterbrochen wird oder die Elektroden sich ablösen. Gerät und Elektroden dürfen nicht mit Wasser in Verbindung gebracht werden. Duschen oder gar baden ist also während der Messung nicht möglich. Die Reinigung erfolgt mit einem Waschlappen, wobei die Elektroden ausgespart werden müssen.

Für eine genaue Auswertung der Ergebnisse ist es wichtig, zu allen Aktivitäten die Uhrzeit zu notieren sowie auftretende Beschwerden wie Schwindel oder Kurzatmigkeit. Dann kann der behandelnde Arzt die Aufzeichnungen des Patienten mit den Messergebnissen vergleichen und so beurteilen, ob die Herztätigkeit angemessen oder schon krankhaft verändert ist. In manchen Fällen können mit Hilfe der Aufzeichnungen den Herzrhythmusstörungen auch Panikattacken oder eine Angststörung zugeordnet werden.

Im Hintergrund ein joggender Mann, im Vordergrund ein Dauer EKG Gerät

Die Technik

Ein Langzeit EKG Gerät, auch Holter-EKG-Gerät genannt nach seinem Erfinder Norman J. Holter, muss vor allem eins sein: handlich, klein und leicht. Moderne Geräte sind oft nicht schwerer als 50 g und haben kompakte Abmessungen. Sie verfügen über mehrere Schnittstellen und können entweder kabellos über Bluetooth oder mit einem USB-Kabel mit dem PC verbunden werden, um die Messungen auszuwerten. Die Aufnahmedauer ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Sie liegt aber meist zwischen 24 und 72 Stunden. Die Software zur Auswertung der Ergebnisse ist im Lieferumfang enthalten, dabei müssen die Angaben zur Systemanforderung an den PC beachtet werden.

 

Implantierte Dauer EKG Geräte

Wird eine Überwachung der EKG-Episoden über einen längeren Zeitraum als sieben Tage notwendig, können so genannte Loop-Recorder wie ein Herzschrittmacher unter die Haut eingepflanzt werden. Der Eingriff ist relativ unkompliziert und ambulant durchführbar, da, anders als beim Herzschrittmacher, keine zum Herzen führenden Elektroden notwendig sind. Die implantierten Langzeit-Elektrokardiogramme können Messungen über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren durchführen, ohne dass der Patient davon beeinträchtigt wird.